Interview: Tobi Nick am anderen Ende der Welt

Zwei Mal war er der Toptorschütze des TSV Lustnau, ihm gelangen in der Kreisliga B in zwei Spielzeiten 34 Tore. Doch seit einiger Zeit läuft Tobi Nick nicht mehr im Trikot des TSV auf. Jetzt hat er sich von den anderen Seite der Welt zu Wort gemeldet: Der 20-jährige im Interview.

 

Redaktion: Hallo Tobi. Dein nächstes Spiel für den TSV wirst du wohl erst wieder Ende März/Anfang April machen können. Warum?

 

Tobi Nick: Ich befinde mich momentan auf einer Auslandsreise. Gemeinsam mit einem Kumpel reisen wir durch Australien, Thailand, die Fiji-Inseln und die USA. Aber über die Ergebnisse des TSV halte ich mich natürlich immer auf dem Laufenden.

 

Schon bevor du deine Reise angetreten hast, konntest du nicht mehr spielen. Was ist dort passiert?

 

Nach dem Spiel gegen Pliezhausen (09.10., Anm. d. Red.) hatte ich plötzlich Schmerzen am linken Knie. Bei einer Kernspintomographie hat sich dann eine Meniskusverletzung herausgestellt.

 

Hast du deine Fußballsachen dennoch mitgenommen? Bleibt dir überhaupt Zeit dafür?

 

Ich wollte meine Fußballschuhe mitnehmen, aber mein Koffer war zu klein (lacht). Aber dennoch interessiert es mich hier in Australien schon, wie die Leute mit dem Fußball umgehen. Wenn es die Zeit zulässt, will ich schon mal bei einem Team mittrainieren - Fußballschuhe muss ich mir dann halt erst noch kaufen! Hier sprechen die Leute aber eher über Cricket oder Football.

 

Mal abgesehen von deiner Reise. Kaum ein Spieler hängt so am Verein wie du, könntest du dir vorstellen, mal für einen anderen Verein zu spielen?

 

Man kann niemals igendetwas ausschließen. Als ich klein war habe in Lustnau angefangen und es hat mir sofort gefallen. Noch heute kenne ich die meisten Jungs aus der damaligen Zeit. Als ich elf Jahre alt war, hätte ich mal zu den Stuttgarter Kickers gehen können. Aber damals hätte das für mich wenig Sinn gemacht. Achso ja und heute sehe ich, dass man auch als großer Spieler der Kickers eines Tages Versicherungen verkaufen muss (lacht). Es war also die richtige Entscheidung!

 

Letzte Saison hast du viele wichtige Tore gemacht, aber mit dem 3:3 in Hagelloch einen der wichtigsten Treffer der ganzen Spielzeit erzielt. Eigentlich hättest du nicht spielen dürfen - was sagst du heute dazu?

 

Ja, das stimmt. Auf jeden Fall sage ich, dass der Punkt goldwert war. Wir lagen 3:2 hinten, es ging noch zehn Minuten. Uwe (Dreher, Anm. d. Red.) fragte mich, ob's geht? Ehrlich gesagt, ganz sicher war ich mir auch nicht, der Arzt hatte unter der Woche einen Muskelfaseranriss diagnostiziert. Doch vorallem stand einen Tag danach mein Sportabi auf dem Programm. Aber was soll's: Ich bin rein und habe zum Glück das Tor gemacht. Mein Sportabi musste ich anschließend absagen, konnte es aber nachholen. Insofern ist ja alles gut gelaufen.

 

Kommen wir zu einer anderen Diskussion: Du hast außer in der Viererkette schon auf allen Positionen gespielt. Was ist dir am liebsten?

 

Eigentlich bin ich Stürmer und da spiele ich auch am liebsten. In der B-Liga habe ich eine lange Zeit im rechten Mittelfeld gespielt, auch da habe ich mich wohl gefühlt. In dieser Saison im defensiven Mittelfeld war es am Anfang ungewohnt, da ich hatte ich ein paar Probleme, aber ich denke, es hat dann auch auf dieser Position gepasst. Ich spiele da, wo mich der Trainer aufstellt. Hauptsache, ich spiele (lacht).

 

Du warst lange beim Team dabei und siehst auch aus der Ferne die jüngste Erfolge. Warum hat der TSV deiner Meinung nach so eine tolle Hinrunde hingelegt?

 

Es ist der Mix von einem jungen, talentierten Team und der Erfahrung von den vier Kickern, die schon höherklassig gespielt haben. Zudem herrscht eine super Stimmung. Der jetzige Erfolg ist das Ergebnis eine tollen Jugendarbeit und diese jungen Spieler können von den erfahrenden Mitspielern dann noch so viel lernen. Es freut mich, dass wir in Lustnau endlich raus sind aus der B-Liga, denn diese Liga war nicht einfach.

 

Du warst einst ein hervorragendes Beispiel für eine schnelle Integration im Aktivenbereich. Was sagst du zur Jugendarbeit?

 

Wir haben nicht umsonst so viele talentierte Spieler herausbekommen und werden dies auch weiterhin tun. Ich für mich kann sagen, dass ich damals mit 17 in der Ersten debütiert habe und es war auch die richtige Entscheidung, auf ein zweites Jahr A-Jugend zu verzichten, wenn gleich wir damals eine geile Mannschaft hatten. Aber wie gesagt, ich glaube für einen jungen Spieler ist die Erfahrung mancher Mitspieler das Wichtigste. Jeder kann da noch dazulernen, egal wie gut man in der Jugend war.

 

Okay, sage uns abschließend, ob du nach deiner Rückkehr wieder für den TSV kicken wirst.

 

Wenn möglich, will ich wieder voll beim TSV einsteigen. Aber man kann nie wissen, was passiert. Ich weiß beispielsweise noch nicht, wo ich anschließend studieren werde. Man kann aber niemals wissen, was passiert!

 

Vielen Dank, dass du dir ein paar Minuten Zeit genommen hast!

 

Bitte, kein Problem und Grüße an alle: Macht weiter so!