TSV wie im Rausch: Galaauftritt in Oferdingen

So langsam wird es unheimlich: Der TSV Lustnau hat nach einem Offensivspektakel den TSV Oferdingen auf deren Kunstrasen mit 8:2 (4:2) deklassiert und bleibt damit weiterhin auf dem zweiten Tabellenplatz. Obwohl ein Defensivspieler bei Lustnau überragte, war Perica Lekavski mit seinem vier Treffern einmal mehr der umjubelte Held.

 

Bei Reif ging's nicht - Vorrunde für Yigitbay und Nick beendet

 

Dabei fing es gar nicht gut an für den TSV: Der zuletzt starke Innenverteidiger Dominik Reif musste kurzfristig passen, für ihn rückte Eren Özcan in die Startaufstellung. Ersatzkeeper Felix Kress sollte als dritter Feldspieler dadurch auf der Ersatzbank Platz nehmen. Für Hamza Yigitbay und Tobias Nick ist die Vorrunde dagegen wegen Meniskusverletzungen gelaufen.

 

Das Oferdingens Edeling nach feinem Pass bereits in der dritten Minute zur Führung einschieben konnte, passte da irgendwie ins Bild. Mit dem Selbstbewusstsein von zuletzt drei Siegen (unter anderem 3:1 gegen Gomaringen) und der frühen Führung im Rücken, war klar, dass es für den TSV vor gut 150 Zuschauern am Oferdinger Birkhölzle eine Mammutaufgabe werden sollte.

 

Doch in einem tollen A-Liga-Spiel, bei dem beide Teams auf Angriff getrimmt waren, gelang Perica Lekavski (24.) nach Vorarbeit von Niklas Kramer am langen Pfosten der 1:1-Ausgleich. Fünf Minuten später klärte TSV-Kapitän Kevin Schaal unglücklich vor die Füße von Hettesheimer, der keine Mühe hatte und Oferdingen wieder in Front brachte.

 

Drei Tore binnen zehn Minuten

 

Doch dann drehte Lustnau auf: Perica Lekavski (35.) glich erneut nach Vorarbeit von Niklas Kramer per Kopf aus. Anschließend belohnte sich Kramer für seine starke Leistung, als er einen herrlichen Pass über den herausstürmenden Keeper lupfte (38.). Der Pass kam von Andi Schmid - der Routinier in der TSV-Abwehr lieferte eine überragende Leistung ab und der beste Mann auf dem Platz.

 

Mit seinem dritten Tor erhöhte Lekavski (43.) noch vor der Pause auf 4:2, als er am langen Pfosten wiederum frei stand und nur noch einschieben musste. In dieser Phase wurde die Partie ruppiger, weil der Schiedsrichter zu viel laufen ließ. Nach zwei rüden Fouls an Andreas Schmid hatte aber auch der TSV Glück, als Steve Berhane seinem Gegner mit gestreckten Beinen in die Parade fuhr, aber nur die gelbe Karte sah.

 

Nach dem Seitenwechsel beruhigte sich das Geschehen wieder etwas und mit dem 5:2 (66.) nach sattem 20-Meter-Schuss von Andi Ganz war die Partie entschieden. Lustnau spielte sich jetzt in einen Rausch und legte weitere Treffer nach.

 

Lekavski macht's zum 16. Mal - Klein kommt und trifft

 

Das 6:2 (75.) war dann wieder Perica Lekavski vorbehalten, der eine Flanke per Direktabnahme ins Eck bugsierte. Es war der 16. Saisontreffer im 14. Spiel - eine überragende Quote. Für Lekavski kam dann Tilman Klein ins Spiel, der 30 Sekunden nach seiner Einwechselung mit dem ersten Ballkontakt auf 7:2 (81.) erhöhte.

 

Auch beim 8:2 (87.) durch Selman Yavuz hatte Klein seinen Anteil, als er den Ball im Strafraum annahm und quer spielte, so dass Yavuz keine Mühe mehr hatte. Unter dem Strich war es ein verdienter Sieg, den sich der TSV mit einer hervorragenden Teamleistung erspielte. Auch die Gastgeber zollten Respekt, schließlich sei der TSV in der Form vom Sonntag die stärkste Mannschaft gewesen, die in letzter Zeit in Oferdingen vorspielte.

 

Doch trotz allen Komplimenten: Als Aufsteiger zählt für den TSV immernoch ausschließlich der Klassenerhalt, auch wenn das Spitzentrio um Glems und Gomaringen sowie eben Lustnau dem Rest der Liga schon deutlich enteilt ist. Für den TSV geht es darum, die angestrebten 40 Punkte zu holen, dann wird man weiter schauen. Nach dem spielfreien Wochenende empfängt die Lekavski-Elf TuS Metzingen II (27.11., 14.30 Uhr).

 

So spielten Sie: Eric Maier - Eren Özcan, Andreas Schmid, Kevin Schaal, Steve Berhane - Ferhat Yilmaz, Andreas Ganz (75. Raphael Vetter), Tobias Stickel, Selman Yavuz - Niklas Kramer, Perica Lekavski (81. Tilman Klein).

 

2. Mannschaft

 

Die zweite Mannschaft war mit großen Personalproblemen nach Öschingen gereist unterlag am Ende gegen den letztjährigen Relegationsgegner der ersten Mannschaft verdient mit 1:4 (1:2). Damit bleibt Lustnau weiter im unteren Mittelfeld hängen.

 

Comeback von Thomas Göhring

 

Wegen vielen Ausfällen erklärte sich Routinier Thomas Göhring bereits, noch einmal auszuhelfen. Und es begann gut: Murat Yilmaz, noch einer der besseren Lustnauer, fasste sich ein Herz spielte den Ball aus spitzem Winkel vor das Tor, wo ein Öschinger nach drei Minuten ins eigene Netz traf.

 

Nach einer guten Anfangsphase kam Öschingen aber auf und erzielte schnell das 1:1 (8.). Jenes war, wie auch das 2:1 (35.) strittig, weil man auch hätte auf Abseits entscheiden können. Für den Schiedsrichter war dies aber sehr schwer zusehen.

 

Das änderte aber nichts daran, dass Öschingen die Partie dominierte und in der zweiten Halbzeit zwei weitere Treffer erzielte. Beim TSV schlichen sich deutlich zu viele Abspielfehler ein, weshalb nach dem Seitenwechsel nach vorne gar nichts mehr ging.

 

So spielten Sie: Philipp Wallochny - Martin Weber (69. Fabian Friedelt), Thomas Göhring, David Huber, Florian Feucht - Jan Siegmann, Frieder Erne (57. Danny Skupnjak), Florian Matthes - Viktor Novak, Murat Yilmaz, Christoph Stiegler.